Nachtrag Schweiz 2018 – Tag 10: Diese Tour darf nicht fehlen.

Motta Naluns – Fuorcla Champatsch (2730 m) – Fuorcla Spadla (2726 m) – Alp Spadla – Sent

Strecke: 13,3 km
Höhenmeter: ca 800 hm hoch, 1100 hm runter

Nun ist es zwar schon über eine Woche her, aber dieser Tag war so schön und auch so anstrengend, dass er hier auf jeden Fall dazu muss.

Wir haben recht lange hin und her überlegt, ob wir diese Tour machen sollen oder nicht. Dass sie anspruchsvoll wird, war klar – andererseits lief es bisher so gut und die Wettervorhersage wieder mal top. Also gingen wir es an.

Mit der Gondel ging es wieder bis Motta Naluns hinauf und dort zunächst ein Stück auf dem schon bekannten Weg bergan. Dann hält man sich aber rechts und geht immer weiter hoch. Über Kuh- und Schafweiden (wir haben dazu gelernt und hielten so viel Abstand wie möglich) geht es immer steiler bergauf. Auch die Höhe merkt man irgendwann durchaus.

Belohnt wird man mit einem Blick auf die Berge um und vor einem, die von Grau über schwarz grün bis rostrot richtig bunt sind. Mondlandschaft. Die Kinder haben sich nicht ein einziges Mal beschwert. Sie scheinen zum einen ihren eigenen Lauf-Rhythmus gefunden zu haben und zum anderen waren sie begeistert am Steine sammeln. Übrigens einer der Gründe warum der Große nen eigenen Rucksack trägt 😉.

Fly me to the moon – ah, wir sind ja schon da.

Oben auf ungefähr 2700m bietet sich dann ein wirklich tolles Panorama.

Ähnlich steil gehts auf der anderen Seite wieder bergab. Wir beschlossen, allerdings nicht wieder ganz nach unten zu laufen und anschließend wieder auf 2700m hoch, sondern kürzten quer über die Hänge ab. Einige Geröllfelder später war klar, dass wir zwar Höhenmeter gespart hatten, allerdings keine Zeit https:-). Anstrengend war es eh, aber wieder wurden belohnt. Der Große fand neben vielen kleinen Fundstücken einen tollen Bergkristall/Quarz und zweimal sahen wir Gämsen in einiger Entfernung springen. Die Kinder hielten sich nach wie vor super. Angekommen auf dem zweiten Pass legten wir erst mal eine Mittagspause ein und machten uns dann auf den langen Weg nach unten.

Das alpine, felsige Umfeld verlässt man recht schnell und geht dann über grasige Hänge und Weiden weiter ins Tal.

Irgendwann werden die Fußwege zu Schotterwegen und man kommt im Wald an. Ab hier wird es etwas zäh…Aussicht gibts quasi keine, wegen der Bäume. Der Weg führt recht gerade stetig abwärts und das Kilometer für Kilometer. Wir hatten riesen Glück und Hund sei Dank. Wir trafen ca. eine Stunde Gehzeit von Sent entfernt eine andere Hundbesitzerin im Wald. Die Hunde verstanden sich gut, wir unterhielten uns ein bisschen und es stellte sich heraus, dass sie zwar seit Jahrzehnten in Sent wohnt, aber ursprünglich aus Heidelberg kommt, was ja nun wirklich nicht weit von unserem Zuhause liegt. 🙂 Die Welt ist einfach immer wieder klein. Auf das Angebot uns mitzunehmen bis nach Sent (ihr Auto parkte nur ein kleines Stück entfernt) gingen wir sehr gerne ein. Vielen Dank auch hier nochmal!

So fuhren wir entspannt bis nach Sent (der Weg blieb so gerade und langweilig, wie schon das letzte Stück) und konnten dort sogar noch den früheren Bus bis zurück nach Scuol nehmen.

Die tollsten Fundstücke – stolze Kinder
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Schweiz 2018 – Tag 9: Noch ein Gipfelkreuz und der erste Hüttenbesuch

Motta Naluns – Alp Clünas – Alp Laret – Ftan – Scuol

Strahlender Sonnenschein war angesagt für Montag – also los zur ersten Wanderung im Gebiet um Scuol. Wir trauen uns inzwischen auch an die etwas anspruchsvolleren/längeren Touren.

Strecke: 15,5 km
Höhenmeter: 660 hm hoch, 1800 hm runter

Eine wirklich schöne Wanderung über Hochebenen, vorbei am Gipfelkreuz zur bewirteten Alp Laret. Hier gabs bei bestem Wetter spontan die Mittagspause mit Rivella, Milch, Gerstensuppe und Engadiner Würstchen. Lediglich der Rückweg vom schönen Örtchen Ftan nach Scuol zieht sich etwas – Bilder vom Dorf gibt’s leider nicht , mein Akku macht’s inzwischen nicht mehr lange genug. Aber bei allem anderen lasse ich die Bilder für sich sprechen:

Schweiz 2018 – Tag 8: Reka Feriendorf Scuol

Sorry, nun hat’s doch ein bisschen länger gedauert, bis es weiter geht. Nach einer Internetpause (Systemstörung), sind wir jetzt wieder online. Und ich bin euch ja eigentlich noch ein paar Berichte schuldig.

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Schweiz 2018 – Tag 6 & 7: Regen-Reise-Tag und Bahnmuseum Albula

Die Woche in Savognin ging schnell rum. Der letzte Tag war hauptsächlich dem Packen gewidmet, zumal das Wetter eh nicht mehr so richtig gut war: Nebel auf dem Berg.

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Schweiz 2018 – Tag 5: Kein „schlechter Weg“ hoch über der Schlucht

Viamala Schlucht: Rania – Besucherzentrum – Traversina-Steg – Thusis

Strecke: 9,2 km
Höhenmeter, ungefähr: 550hm hoch, 700hm runter

Die Viamala Schlucht ( „veia mala“ ist rätoromanisch und bedeutet „schlechter Weg“) ist ein Ort vieler Legenden und auch nicht weniger Opfer. Der früher berüchtigte, rund acht Kilometer langen Wegabschnitt zwischen Thusis und Zillis bildet das schwierigste Hindernis von Chur zu den Alpenpässen Splügen und San Bernardino. Schon in der Römerzeit führte ein Weg durch die Schlucht. Heute erschließen diverse Tunnel und Brücken die wichtige Verbindung. Schweiz 2018 – Tag 5: Kein „schlechter Weg“ hoch über der Schlucht weiterlesen

Schweiz 2018 – Tag 4: Ordentlich hoch und noch weiter runter

Plang la Curvanera – Motta Palousa (2143 m) – Savognin

Strecke: 13,7 km
Höhenmeter: 400 hm hoch, 1000 hm runter

Da hier nur auf die eine Bergseite ein Sessellift bzw. eine Gondel hochfährt, gibt es die Möglichkeit, sich mit dem Rad- und Wanderbus auf andere Berge bringen zu lassen. Allerdings muss man da ein bisschen planen.

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Schweiz 2018 – Tag 3: Von Kühen, Stromzäunen und Regen

Somtgant – Piz Martegnas (2670 m) – Somtgant

Strecke: 10 km
Höhenmeter: 500 hm hoch, 500 hm runter

Heute gings hoch hinaus. Mit Sessellift und Gondel zunächst nach Somtgant. Von dort quasi am Stück 500 Höhenmeter nach oben bis zum Gipfel Piz Martegnas. Wir waren uns nicht sicher, wie gut die Kinder die vielen Non-Stop-Höhemeter packen (es gab tatsächlich kein ebenes Stück dazwischen und war zeitweise ordentlich steil), aber es hat geklappt. Ein bisschen Überzeugungsarbeit war an manchen Stellen nötig, an sich war es aber richtig gut – und wir haben oben festgestellt, dass wir recht zügig unterwegs waren. Die planmäßige „Erwachsenen“-Zeit, die auf den Schildern steht, schaffen wir auf solchen Bergstrecken sonst nie. Alles in allem ne tolle Tour, die sich lohnt.

Was wir gelernt haben:

  1. Kühe, die Kälber haben, mögen keine Hunde. Bisher wurden wir bei allen Alpentouren von den Muhenden komplett ignoriert…heute nicht. Und eine komplette Herde, die einen verfolgt, ist gar nicht mal so lustig. Eine kleine Sprinteinheit am Berg ist ja aber auch ganz nett. Siehe zu Kühen auch Punkt 3.
  2. Mit der Kleinen keine Pause machen, wenn es danach noch weiter hoch geht. So lange sie läuft, ist alles ok – nach der Pause folgt das Gejammer.
  3. Mit Hund keine Rast innerhalb einer Kuh-Zone machen. Ich hab mit Jack schnell das Weite gesucht…die Kühe blieben noch beim Rest der Familie, dann aber wohl eher aus Interesse. Und das Hundefutter haben sie auch verschüttet. Zu essen (außer dem kleinen Snack) bekamen dann alle erst daheim was, denn:
  4. Wenn’s donnert, kommt Regen. Gut, das wussten wir genau genommen schon. Aber die Hoffnung, es vielleicht doch trocken bis zur Station zu schaffen, stirbt bekanntlich zuletzt. Naja, sagen wir, es hätte fast geklappt. Eigentlich wollten wir die Tour noch verlängern bis zur Mittelstation Tigignas. Das haben wir dann mal sein lassen.
  5. Stromzäune, die Kühe abhalten sollen, tun echt weh. Eine Lektion, die Jack heute gelernt hat. Meine Güte, hat der geschrien. Außerdem war er ganz zittrig und wollte sich erst mal nur hinliegen. Er hat sich zum Glück recht schnell berappelt und lief weiter, die nächste halbe Stunde aber mit eingeklemmtem Schwanz und direkt neben mir. Ich bin mir gar nicht sicher, wo es ihn getroffen hat, vermutlich die Nase – er schnuppert wirklich an allem. Naja, unter Zäunen will er jedenfalls nicht mehr durch.
  6. Diese Kinder bekommt man nicht platt. So sehr sie sich am Berg anfangs beschwert haben, merkt man davon jetzt gar nichts mehr. Seit sie was gegessen haben, springen sie auf dem Trampolin rum, als ob sie heute noch nichts gemacht haben.
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Alpen-Jack – das viele Laufen gefällt ihm richtig gut.
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Unser erstes Edelweiß.
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Auf dem Gipfel Piz Martegnas. Und wo geht’s weiter?
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Der Abstieg beginnt, zunächst bei weiterhin gutem Wetter. Nur windig wars, da konnte man eine Jacke gebrauchen.
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Oh, da kommt was auf uns zu.
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Sind diese Kinder eigentlich nie müde?